Bäume für ein umweltfreundliches Gompertshausen

von Kurt Lautensack:

Wieder einmal haben die Gompertshäuser am Wochenende bewiesen, was es heißt, eine starke funktionierende Dorfgemeinschaft zu sein.

Gompertshausen – Der Freitagmorgen des 11.1.2019 zeigte sich von seiner ungemütlichsten Seite, es ist nebelig und nasskalt, eben ein typischer Novembertag. Den 18 Frauen und Männern, mit Schaufeln, Schlegel, Hammer und Druckluft-Tacker bewaffnet, störte die Witterung kaum, sie hatten sich darauf eingestellt. Schließlich hatten sie sich das Pflanzen von 26 Winterlinden an der Umgehungsstraße am südlichen Ortsrand von der Riether Straße bis zum Wohngebiet „Hinter den Röthen“ an diesem Tag zum Ziel gestellt. Damit wurde ein Vorhaben des ehemaligen Gemeinderates von Gompertshausen eingelöst, dem vor zwei Jahren eine aufregende Diskussion vorausging.

Baumpflanzaktion in Gompertshausen

Zum Sachverhalt: Entlang des besagten Weges standen Akazien, die schon ein gewisses Alter hatten und der Zahn der Zeit seine Spuren hinterließ. Um Gefahren aus dem Weg zu gehen, sei 2017 beschlossen worden, die Akazien zu entfernen, erklärte Gerd Amrell (damals ehrenamtlicher Bürgermeister) während der Pflanzaktion. Die Aufregung über das Fällen der Bäume sei damals groß gewesen, erinnern sich Ortsteilbürgermeister Ulrich Lippmann, Thomas Bärwald, Vorsitzender der „Kleingärtner und Kleintierzüchter Gompertshausen e. V.“  und andere Mitstreiter noch gut daran (Freies Wort berichtete). Was vielleicht nicht jeder wusste war, so Amrell, dass vier Bäume bereits dürr waren und weitere vier bis fünf Akazien durch ihr Wurzelwerk die Straße bereits angehoben hatten und somit eine Verkehrsgefährdung darstellten. Also entschloss sich der Gemeinderat damals, um einige Jahre später nicht in die gleiche Situation zu kommen, alle Akazien entlang des Umgehungsstraße zu entfernen, was zu den Protesten führte. Allerdings stellte man sich das Ziel, eine neue Anpflanzung von Bäumen vorzunehmen und am Freitag war es soweit.

Dem gingen natürliche einige Vorbereitungen und Absprachen voraus, unter anderem mit der SÜC (Städtische Werke Überlandwerke Coburg GmbH). Denn entlang der Wegstrecke hatte die SÜC bereits Stromkabel und Glasfaserkabel (Breitband-Internetzugang) verlegt. Die SÜC mit Gesprächspartner Marko Ridder erwies sich als sehr entgegenkommend, was die Klärung der Baumpflanzung betraf, betonte Ulrich Lippmann. Denn bei der Pflanzung mussten Abstände zu den verlegten Leitungen berücksichtigt werden, um Folgeschäden durch Wurzeln zu vermeiden. In Absprache mit Marko Ridder schickte die SÜC nochmals ein Vermessungsteam, um die Abstände zwischen Leitungen und Bäumen festzulegen. Darüber hinaus einigte man sich auf das Einbringen eines Vlieses als Wurzelschutz bzw. als „Wurzelbarriere“.

Da man sich auf das Pflanzen von 26 Winterlinden festgelegt hatte, bat die Gemeinde Joachim Schäfer vom „Landschaftsbau Schwarz & Schäfer“ um ein komplettes Angebot, einschließlich der Pflanzung. Doch die Gompertshäuser waren ohne Wenn und Aber zu Eigenleistungen bereit. Denn ihre Aktivitäten im Jubiläumsjahr sollten mit den Feierlichkeiten und hervorragend organisierten „Tag des offenen Dorfes“ oder der mit großer Beteiligung durchgeführten Grenzwanderung zum Tag der Deutschen Einheit keineswegs abgeschlossen sein. Also wurde in Absprache von Joachim Schäfer ein neues Angebot unterbreitet, das den kompletten Lieferumfang (Winterlinden, Pfähle, Materialien) enthielt.

Wurfzettel informierten über den geplanten Einsatz und appellierten an die Bereitschaft zur Mithilfe, mit Erfolg. So beteiligten sich nicht nur 18 Leute am gut organisierten Arbeitsablauf der Aktion sondern stellten auch ihr eigenes Werkzeug und Technik kostenlos zur Verfügung. Allen voran das Baugeschäft Raimar Sakautzky, das die Arbeiten durch den Einsatz eines Baggers wesentlich erleichterte. Und neben einen Traktor der Gemeinde leistete auch ein privater Traktor gut Dienste.

Eine sach- und fachgerechte logistische Herangehensweise sorgte dafür, dass gegen 13.00 Uhr alle Bäume entlang des Weges gepflanzt waren und sicheren Halt hatten. Feuerwehrkameraden fühlten sich für die Bewässerung zuständig. Damit wurden am Ende mehr als 1500 Euro eingespart. Die Kosten für die Gemeinde, so Bürgermeister Christopher Other, belaufen sich demzufolge auf ca. 3200 Euro. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, der Baumpflanzaktion zeitweilig beizuwohnen. Eine solche Einsatzbereitschaft, die zudem Kosten für die Stadt reduzierte, war dem Bürgermeister, das darf an dieser Stelle erwähnt werden, auf jeden Fall für alle eine Bratwurst und ein Bier wert. Dazu ein Gruppenbild zur Erinnerung und als Dankeschön für alle Beteiligten.

Bilder u. Text: Kurt Lautensack