Der Gompertshäuser Kirmesbaum und das Kirmeszelt

Kirmes in Gompertshausen

Natürlich darf auch im Gompertshäuser Jubiläumsjahr die traditionelle Plankirmes nicht fehlen.
Anlässlich der Jahrfeier bot diese heuer einige Schmankerl für die zahlreichen Besucher aus nah und fern.
Aber arbeiten wir die Kirmes der Reihe nach ab. Start der Kirmes war wie immer das Ansaufen am Donnerstag. Das Zelt war gut gefüllt und die Gäste konnten bei Dingslebener Bier und zahlreichen Köstlichkeiten wie Eisbein oder Sauerbraten die Musik der Gompertshäuser Blaskapelle genießen.

Historische Modenschau am Freitag

Am Freitag stand bereits das erste Highlight auf dem Programm. Anlässlich der Jahrfeier wurde eine Modenschau organisiert, bei der Orginal-Outfits aus dem letzten Jahrhundert von original Gompertshäuser Topmodels vorgeführt wurden. Unzählige Gäste wollten sich dieses außergewöhnliche Event nicht entgehen lassen und so war das Zelt auch am Freitagabend bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Modenschau am Kirmes-Freitag zeigte Gompertshäuser Originale aus dem letzten Jahrhundert
Die Modenschau am Kirmes-Freitag zeigte Gompertshäuser Originale aus dem letzten Jahrhundert

Die Modenschau begann mit Outfits aus dem frühen 20. Jahrhundert und führte dann durch den Wandel der Zeit. Vor allem aus der Mitte des letzten Jahrhunderts konnten zahlreiche Originale aus Gompertshausen vorgeführt werden. Ein Highlight war der Auftritt der Pioniere zu dem sich auch der ehemalige Staatschef der DDR blicken ließ, begleitet von  NVA-Soldaten (diese spielten in der Geschichte Gompertshausens eine große Rolle). Auch die 90er Jahre wurden nicht vergessen.

Wie schon bei der Modenschau zur letzten Jahrfeier vor 25 Jahren führte DJ Mäurer aus Rieth durch das Programm. Seine musikalischen Einspieler und auflockernden Kommentare bildeten die perfekte Umrandung dieser Veranstaltung. Da sein 50. Geburtstag gerade mal einen Tag her war, wurde auch sein Jubiläum mit einer Torte geehrt, was ihn sichtlich berührte.

Zum Abschluss fanden sich alle Models und Helfer auf dem „Catwalk“ ein. Ortsbürgermeister Ulrich Lippmann ließ es sich nicht nehmen Organisatorin Petra Kurt sowie allen anderen Beteiligten einen großen Dank und ein mindestens genauso großes Lob auszusprechen.

Zum Ende der Modenschau wurde es voll auf dem Laufsteg
Zum Ende der Modenschau wurde es voll auf dem Laufsteg

Kurz danach ging es mit Musik von „Ohne Filter“ und dem Kirmestanz weiter.

Kirmessamstag

Der Samastag begann traditionell mit den „Ständele“ der Kirmesgesellschaft durchs Dorf. Nach dem Kirmes-Gottesdienst marschierte die komplette Gesellschaft samts Kinderkirmes ins Festzelt ein, wo die die Kleinsten ihre toll einstudierten Tänze und ihre Sprüchle zum besten gaben. Die jubelnde Menge feierte die „kleine Kirmesgeselleschaft“ und man darf einen großen Dank an die Erzieherinnen der Kita Regenbogen richten, die die Aufführung einstudierten.

Dann folgten die Sprüchle der „Großen“ im Festzelt. Die anschließende Kirmespredigt wurde seit langer Zeit mal wieder draußen unter dem Kirmesbaum gehalten. Dazu wurde die Kirmespfarrerin mit Mini-Traktor vorgefahren.

Die Kirmespfarrerin wird per Rasenmäher-Traktor vorgefahren
Die Kirmespfarrerin wird per Rasenmäher-Traktor vorgefahren

Dank toller Stimmung und aufmerksamer Zuhörer war dies ein voller Erfolg. Die Geschichten, die unter anderem von Faschings-Fehlbestellungen und Irrwegen zum Klo handelten sorgten für heftige Lacher und Krämpfe an so einigen Zwerchfellen. Danach klang der Samstag-Nachmittag gemütlich aus.

Am Abend folgte wieder der Kirmestanz mit „ohne Filter“. Dieser war ebenfalls wieder sehr gut besucht. Die Band heizte den Massen mit Klassikern aber auch modernen Songs heftig ein und ließ die Kirmesgesellschaft bei ihren Traditionstänzen sowie ihrem Showtanz samt Zugabe ordentlich schwitzen.

Frühschoppen am Sonntagmorgen

Der Frühschoppen wurde wieder von der Gompertshäuser Blaskapelle musikalisch untermalt. Absolutes Highlight war der Einmarsch der Traditionskirmes zu der sich 23 ehemalige Kirmespärchen zusammenfanden. Das sie auch nach vielen Jahren nichts verlernt hatten zeigten sie bei den Traditionstänzen Walzer, Rheinländer und der Polka, welche die Massen zum Jubeln und die Tradtionskirmes-Pärchen zum Schwitzen brachte.

Die Traditionskirmesgesellschaft brachte die Gäste zum Jubeln und die Gompertshäuser Musikanten die Kirmespärchen ins Schwitzen
Die Traditionskirmesgesellschaft brachte die Gäste zum Jubeln und die Gompertshäuser Musikanten die Kirmespärchen ins Schwitzen

Die Blaskapelle spielte in der Folge viele weitere Glanzlichter der böhmischen Blasmusik sowie einige selbstkomponierte Stücke. Auch die Amboss-Polka mit „El Doktore“ Stefan Renk an den Hämmern durfte nicht fehlen.

Dem Früschoppen folgte Kindertanz mit DJ Marko, der wieder jung und alt zum Tanzen und Abgehen animierte.

Sonntagabend – Beerdigung XXL

Der Sonntagabend, an dem die Kirmes üblicherweise gemütlich ausklingt wurde bereits im Voraus mit „einigen Überraschungen“ angekündigt. Dies zog doch einige Leute mehr als sonst ins Zelt, welches dann auch gegen halb 9 zum Einmarsch der Kirmesgesellschaft gut gefüllt war.

Das Beerdigungs-Team hatte sich anlässlich der 900-Jahrfeier einen ganz besonderen Ablauf für diesen Abend überlegt. Nach dem Showtanz der Kirmesgesellschaft ertönte ein lautes Geräusch als plötzlich die beiden Showmaster „Kess“ und „Maggi“ per Mini-Traktor durchs Zelt auf die Tanzfläche gefahren wurden. Diese eröffneten sogleich den Abend und riefen dazu zum großen Geschlechterkampf auf. Mehrere Spiele sollten in der Folge entscheiden welches Geschlecht dem anderen überlegen ist.

Die beiden Showmaster Kess und Maggi
Die beiden Showmaster Kess und Maggi

Spiel 1: Singstar

Dabei wurden 3er Teams von Männern und Frauen auf die Bühne gebeten. Jeder Teilnehmer musste ein Lied vorsingen, welches er im Orginalton über Kopfhörer eingespielt bekam. Der Rest des Zelts hörte nur die nachgesungene Interpretation des Kandidaten. Nun mussten Männer und Frauen die Titel erraten, wobei das Geschlecht das zuerst den richtigen Titel erriet einen Punkt bekam. Die Männer schlugen sich dabei deutlich besser als die Frauen und ging mit einer Führung aus dem ersten Spiel.

Spiel 2: Dschungelcamp – Essensprüfung

Beim zweiten Spiel, zu dem die beiden Showmaster einluden, musste Essen so schnell wie möglich gegessen werden. Im direkten Zweikampf Mann gegen Frau bekam das Team den Punkt, das seine Portion zuerst „verdrückt“ hatte.

Den ersten Gang, eine köstliche Käseplatte bestehend aus Kümmel-, Wasabi- und Ziegenkäse, durften sich Ortsteilbürgermeister Ulrich Lippmann und seine Frau Bettina gönnen. Dies war eine willkommene Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen am ersten Hochzeitstag. Der zweite Gang war eine Fischplatte mit Dorschleber, eingelegten Sardellen und Kaviar. Mann und Frau waren hier gleichschnell und bekamen beide einen Punkt. Zum Abschluss musste ein Glas Dingslebener so schnell wie möglich getrunken werden. Hier waren gar 3 Durchgänge notwendig um endlich einen eindeutigen Sieger zu finden. Mit kleiner Hilfestellung konnte das Frauenteam sein Glas schneller leeren als Kirmesbursche Lars für die Männer.

Insgesamt konnten die Damen somit dieses Spiel für sich entscheiden.

Auszeichnung für besonderen Einsatz

Eine Person fiel während dieser Kirmes durch besonderen Einsatz auf. Und so wurde dem Gompertshäuser Julian Götz die besondere Ehre zu Teil vom russischen Botschafter persönlich die Lenin-Medaille für seine gesellschaftlichen Verdienste entgegenehmen zu dürfen. Eskortiert von den beiden Begleiterinnen des Botschafters wurde er auf die Bühne geholt und ihm die Ehrenmedaille verliehen. Es verschlag dem jungen Mann sofort die Sprache so dass er seine Dankesworte doch recht kurz hielt. Bis heute wird noch gerätselt ob ihm vor Rührung oder doch wegen der beiden Mädels die Worte im Hals stecken blieben.

Julian Götz wurde vom russischen Botschafter die Ehrenmedaille für seine Verdienste während der Kirmes verliehen
Julian Götz wurde vom russischen Botschafter die Ehrenmedaille für seine Verdienste während der Kirmes verliehen

Spiel 3: Lets Dance

Auch zum dritten Spiel luden sich die beiden Showmaster wieder jeweils drei Männlein und drei Weiblein auf die Tanzfläche ein. Jetzt wurde der Geschlechterkampf sogar zum Familienduell da sich nun Herr und Frau Dauer, Götz und Jünger gegenüberstanden. Natürlich darf bei Lets Dance die allen bekannte Jury nicht fehlen. Unter tobendem Applaus zogen Jorge Gonzales und Motsi Mabuse ins Zelt ein. Lediglich Herr Lambi hatte an diesem Abend keine Zeit, wurde aber bestens vom „Lambi Gompertshausen“, unserem Eddie, ersetzt.

Die Kandidaten mussten nun paarweise die Bewegungen der beiden Vortänzerinnen und Kirmesmädels Annika und Hannah nachtanzen. Dabei schlugen sich sowohl Frauen, überraschenderweise aber auch die Männer sehr annehmbar. Zu den Takten von Gangnam-Style, dem Ketchup-Song und Macarena schwangen sie Ihre Hüften und wurden dann jeweils von der Jury bewertet. Die Frauen waren insgesamt dann aber doch etwas besser und konnten somit vor dem entscheidenden Finalspiel den Gesamtpunktestand auf 7-7 ausgleichen.

Finale: Beerdigung mit Wer wird „ProMillionär“

Mit leichter Verspätung zog dann gegen 00:15 Uhr die Kirmesgesellschaft mit der Kirmesleiche und der -Pfarrerin ins Zelt. Die Pfarrerin zog Bilanz zur Kirmes und wertete das ein oder andere Detail nochmal etwas genauer aus. Als alle bereits dachten, die Beerdigung wäre vorbei, stürmten erneut die beiden Showmaster Kess und Maggi auf die Bühne und riefen das „Grande Finale“ aus. Zu diesem Spiel benötigten sie zunächst die Hilfe der beiden Kirmesburschen Lars und Felix, welche kurzerhand zum menschlichen Buzzer umfunktioniert wurden. Bei Druck auf ihren Kopf, mussten sie ihr Codewort ins Mikro sagen. Zum eigentlichen Spiel wurden dann zwei Kandidaten auf die Bühne geholt. Diese mussten dann die Fragen der Quizmaster beantworten, je nachdem wer zuerst seinen Buzzer drückt. Außerdem wurden unterhalb der Bühne auf der Tanzfläche zwei Planschbecken platziert. Beantwortete ein Kandidat eine Frage richtig, so musste beim gegnerischen Team eine Person ins Planschbecken, bei falscher Antwort wurde das eigene Becken mit einer Person befüllt. Ziel des Spiels war es nun das gegnerische Planschbecken zum „Überlaufen“ zu bringen. Dies geschah dann bei der achten Person, die ins Planschbecken der Männer „klettern“ sollte. Die Menschentraube stürzte ein und somit gewannen die Damen das Finale und auch den Geschlechterkampf.

In diesem Moment wird das Finalspiel für die Damen entschieden. Das Planschbecken der Männer ist "übervoll"
In diesem Moment wird das Finalspiel für die Damen entschieden. Das Planschbecken der Männer ist „übervoll“

Als Preis für die Mühen, wurden den Damen das vom Kirmeswochenende übrig gebliebene Crush-Eis zugesprochen, das die Feuerwehr recht großzügig bestellt hatte.

Insgesamt war es ein sehr kurzweiliger Abend, der vor allem durch den fantastischen Einsatz der Kandidaten, wie auch aller Anwesenden Gäste zu einem tollen Kirmesabschluss wurde. An dieser Stelle soll vom Beerdigungs-Team ein großer Dank an alle gerichtet sein.